Studien Köln 2026 Ehrenfeld
Bezirks-Mini-Studie · Köln · 2026

Datenschutz-Status der Geschäfts-Websites im Bezirk Ehrenfeld

356 Geschäfts-Websites mit registriertem Sitz im Bezirk Ehrenfeld wurden im Mai 2026 automatisiert auf zentrale Datenschutz- und Impressumsmerkmale geprüft. 312 Scans (87,6 %) lieferten auswertbare Ergebnisse.

Bezirk: 4. EhrenfeldSample: 312 SitesStichtag: Mai 2026

Befunde im Vergleich zu Köln und DACH

DACH-Vergleichswerte stammen aus einer separat veröffentlichten Serahr-Studie zum DSGVO-Status kleiner und mittlerer Unternehmen im DACH-Raum (5.743 Sites, Stichtag 21.04.2026 — kein Site-Überlapp mit dem Köln-Sample, identische Scanner-Methodik).

KennzahlEhrenfeldKölnDACH
Erkennbares Impressum87,5 %87,4 %81,0 %
Datenschutzerklärung84,9 %84,8 %78,5 %
AGB24,7 %29,8 %15,4 %
Cookie-Consent-Banner35,6 %40,2 %37,6 %
Tracker ohne Banner43,6 %42,0 %43,0 %
Google-Fonts-CDN21,5 %22,9 %27,5 %
Google Analytics16,3 %23,0 %
Facebook-Pixel2,9 %4,5 %
Drittanbieter-Aufrufe (Schnitt)3.84.7

Sites ohne erkennbare Beanstandung

In der Engpass-Sicht des Scanners gibt es zwei sinnvolle Stufen für „beanstandungs-frei“:

  • Weiche Sicht (Impressum + DSE + Banner-Konsistenz): 44,2 % der Sites im Bezirk (Köln-Schnitt: 44,9 %)
  • Strenge Sicht (zusätzlich alle vier DSE-Pflichtangaben — Auftragsverarbeiter, Rechtsgrundlage nach Art. 6 DSGVO, Betroffenenrechte, Speicherdauer): 21,2 % der Sites (Köln-Schnitt: 21,8 %)

Die Differenz zwischen beiden Sichten zeigt: viele Sites haben formal Banner und Pflicht-Dokumente, aber die DSE-Inhalte selbst bleiben strukturell unvollständig. Im gesamten Köln gilt das für rund 4 von 5 Sites — bei strengerer Prüfung bleibt nur jede vierte bis fünfte Site beanstandungs-frei.

AGB sind in dieser Definition bewusst nicht enthalten, weil ihre Pflicht vom konkreten Verkaufs-/Vertragsmodell der Site abhängt und sich technisch nicht zuverlässig herleiten lässt (eine Visitenkarten-Website ohne Online-Buchung braucht keine AGB). Auch der Hinweis auf Google-Fonts-CDN-Einbindung ist nicht enthalten — er wäre nur dann eine echte Beanstandung, wenn Google-Fonts tatsächlich geladen werden. Die Studie trifft keine Aussage darüber, ob aus dem Fehlen eines Indikators im Einzelfall ein rechtliches Risiko folgt — das hängt von Kontext, konkretem Inhalt und Auslegung der jeweils zuständigen Aufsichtsbehörde ab.

Stadtteile im Bezirk Ehrenfeld

StadtteilnImpressumDSECookie-BannerTracker ohne BannerGoogle Fonts
Ehrenfeld17286,6 %83,1 %37,2 %43,0 %22,1 %
Neuehrenfeld11887,3 %86,4 %32,2 %43,2 %21,2 %
Vogelsang1593,3 %86,7 %46,7 %40,0 %13,3 %
Ossendorf6100,0 %100,0 %33,3 %66,7 %33,3 %

Was auffällt

  • Saubersten Stadtteil im Tracking-Verhalten: Vogelsang (40,0 % Tracker ohne Banner, 93,3 % Impressum)
  • Schwierigster Stadtteil: Ossendorf (66,7 % Tracker ohne Banner)
  • Höchste Cookie-Banner-Quote: Vogelsang (46,7 %)

Branchen-Cut für Bezirk Ehrenfeld

Stichprobe n ≥ 5.

BranchenImpressumDSEBannerTracker ohne Banner
Restaurants2979,3 %79,3 %34,5 %31,0 %
Unternehmen (B2B-Office)1994,7 %89,5 %42,1 %26,3 %
Cafés1392,3 %92,3 %23,1 %46,2 %
Zahnärzte887,5 %87,5 %37,5 %50,0 %
Fast-Food785,7 %85,7 %57,1 %28,6 %

Auffällige Branchen-Brennpunkte

  • Zahnärzte (n=8): 50,0 % Tracker vor Banner
  • Cafés (n=13): 46,2 % Tracker vor Banner
  • Restaurants (n=29): 31,0 % Tracker vor Banner
  • Fast-Food (n=7): 28,6 % Tracker vor Banner
  • Unternehmen (B2B-Office) (n=19): 26,3 % Tracker vor Banner

Häufig beobachtete Konfigurations-Muster

In der Auswertung tauchen drei technische Muster systematisch auf — beobachtbar, ohne dass aus der Beobachtung allein eine rechtliche Bewertung im Einzelfall folgt:

  1. Google-Fonts über das Google-CDN: 21,5 % der Sites im Bezirk Ehrenfeld laden Schriften von fonts.googleapis.com / fonts.gstatic.com. Das LG München I hat in seinem Urteil vom 20.01.2022 (Az. 3 O 17493/20) zu dieser Konstellation entschieden.
  2. Drittanbieter-Aufrufe vor Cookie-Banner: 43,6 %der Sites im Bezirk laden Drittanbieter-Skripte, bevor ein Banner erscheint. Die einschlägigen Normen sind § 25 TDDDG (DE) und Art. 5 Abs. 3 ePrivacy-Richtlinie (EU).
  3. Strukturelle Lücken in der Datenschutzerklärung: Im Köln-Aggregat nennen 39,3 % der DSE keinen Auftragsverarbeiter, 30,9 % keine Rechtsgrundlage, 26,3 % keine Betroffenenrechte. Die Pflichtinformationen ergeben sich aus Art. 13 / 14 DSGVO.

Ihre eigene Website prüfen lassen

Auf serahr.de/legal-monitor können Sie Ihre Website kostenlos technisch prüfen lassen. Sie erhalten eine allgemeine Einschätzung Ihrer Website — basierend auf der gleichen Methodik wie diese Studie.

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Eine rechtliche Bewertung im Einzelfall ersetzt der Scan nicht; bei konkreten Beanstandungen empfiehlt sich die Klärung mit einem Anwalt oder dem zuständigen Datenschutzbeauftragten.

Download & Über die Studie

Die Auswertung wurde im Mai 2026 von Thorsten Ahrens (Serahr, Köln) erstellt. Sie ist Teil der Serahr-Köln-Studie zum DSGVO-Status der Geschäfts-Websites in allen 9 Stadtbezirken. Die Hauptstudie (Köln-gesamt mit 86 Stadtteilen) sowie eine separat veröffentlichte DACH-weite Auswertung (5.743 Sites, Stichtag 21.04.2026) sind unter serahr.de/studie verfügbar.

Datenbasis: OpenStreetMap (Stand Mai 2026), Bezirks-Polygon via OSM-Relation, Stadtteilgrenzen admin_level=10. Aggregierte Daten können unter den Bedingungen der CC BY 4.0 wiederverwendet werden — Namensnennung (Thorsten Ahrens / Serahr) und Verlinkung der Originalquelle (https://serahr.de/studie/koeln/2026/ehrenfeld) sind verpflichtend. Einzelne Betriebe werden nicht namentlich genannt.

Kontakt:Thorsten Ahrens · Serahr · Zillestr. 75, 51067 Köln · studie@serahr.de · serahr.de

Abdruck honorarfrei gegen Belegexemplar. Zitationsempfehlung: Ahrens, T. (2026): Datenschutz-Status der Geschäfts-Websites in Köln — Mini-Studie Bezirk 4 Ehrenfeld. Serahr-Studie Nr. 2 (Köln-Reihe), Stichtag Mai 2026. Lizenz: CC BY 4.0 — Namensnennung (Thorsten Ahrens / Serahr) und Verlinkung der Originalquelle (https://serahr.de/studie/koeln/2026/ehrenfeld) sind verpflichtend.